Essstörungen sind ernsthafte psychosomatische Erkrankungen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor Diäten sei gewarnt! Sie können der Beginn einer Essstörung werden!

ESSSTÖRUNGEN

Auf Wunsch vieler Ratsuchender habe ich das Thema Essstörungen aufgegriffen, obwohl diese Störungen nur bedingt mit dem Thema „Essen“ zusammenhängen.

Offensichtlich sind Magersucht, Bulimie und Esssucht weiter verbreitet als Statistiken dies zum Ausdruck bringen.

Für Betroffene ist die Anonymität des Internet gerade das richtige Forum, sich Rat zu holen, denn oftmals versuchen sie ihre Erkrankung vor anderen zu verbergen bzw. zu verheimlichen – aus Scham, aus Angst usw.

Magersüchtigen sieht man häufig an, dass sie extrem untergewichtig sind. Bulimiekern gelingt es in den meisten Fällen, ihre Essstörung fatalerweise „geheim“ zu halten. Übergewichtige werden zwar oft verspottet und als willensschwach charakterisiert, dennoch denkt kaum ein Außenstehender, dass es sich auch bei Übergewichtigen um einen ernsthaft Eß - Kranken handeln kann.

Ich werde an dieser Stelle bestimmt keine Ernährungsempfehlungen aussprechen und die Erkrankten motivieren, ihre psychosomatische Störung selbst in den Griff bekommen zu wollen! Erfahrungsgemäß ist eine Psychotherapie unbedingt erforderlich, damit die Betroffenen ihrem unvorstellbaren Leid begegnen können und ihre Erkrankung letztendlich nach einem mühevollen Weg besiegen. Die Ursachen für Essstörungen sind tiefgründiger Natur, als dass sie mit ein paar Ernährungstipps beseitigt werden könnten!

Mein Anliegen ist es, die Essstörungen zu definieren, Symptome zu beschreiben, damit man evtl. erkennen kann, ob man selbst betroffen ist oder ein nahestehender Mensch evtl. an einer Essstörung leidet sowie Wege aufzuzeigen, wie Sie einen Therapeuten bzw. eine Selbsthilfegruppe finden können!

 

ANOREXIA NERVOSA (MAGERSUCHT)

Bei der Magersucht handelt es sich um eine psychosomatische Erkrankung, die in den meisten Fällen junge Frauen während der Pubertät (sog. Pubertätsmagersucht) betrifft. Immer häufiger werden auch Fälle von Magersucht bei Frauen beobachtet, die ihre Pubertät längst hinter sich haben. Signifikant ist auch, dass immer mehr Männer an Anorexia nervosa erkranken.

Symptome:

 

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Untergewicht – extrem und in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich!

Starke Angst vor einer Gewichtszunahme bzw. vor dem Dickwerden, selbst bei extremem Untergewicht.

Verzerrte Körperwahrnehmung: Die Betroffenen fühlen sich selbst als zu dick, selbst wenn ihr Untergewicht bereits extreme Ausmaße angenommen hat.

Bei Frauen: Ausbleiben der Monatsblutung aufgrund des enormen Untergewichts. Die Regelblutung bleibt über mehrere Monatszyklen aus

Magersüchtige fallen durch ihr starkes Untergewicht auf. Hierbei ist es besonders wichtig, andere Erkrankungen, die ebenfalls mit Untergewicht einhergehen können, auszuschließen.

Magersüchtige schränken ihre Nahrungszufuhr stark ein. Meist werden nur äußerst kalorienarme Nahrungsmittel (Knäckebrot, Möhren etc.) verzehrt oder die Nahrungsaufnahme phasenweise völlig verweigert. Die Betroffenen fühlen sich selbst noch zu dick, wenn sie bereits buchstäblich bis auf die Knochen abgemagert sind. Ihnen fehlt die Krankheitseinsicht meist völlig. Ihr ganzes Denken kreist um Essen, Gewicht und Figur. Manche Magersüchtige treiben exzessiv Sport oder missbrauchen Abführmittel oder Appetitzügler, um noch mehr Gewicht zu verlieren. Der aktuelle Stand der Waage entscheidet über die Verfassung des kranken. Übersteigt das Gewicht das des Vortages, sind die Betroffenen deprimiert und unternehmen alles, um den Gewichtsverlust weiter zu forcieren. Häufig sind Magersüchtige stolz auf ihr Untergewicht, ist es doch in ihren Augen eine Leistung, seinen Hunger so im Griff zu haben.

Diäten stellen oft den Einstieg in die Magersucht dar. Der anfängliche Gewichtsverlust bei einer Diät (oft Wasser-, statt Fettverlust!) verschafft eine Art Selbstbestätigung. Statt mit der Diät nach einem gewissen Zeitraum aufzuhören, wird das angestrebte Wunschgewicht immer weiter nach unten korrigiert. Das Hungern und der Gewichtsverlust wird zum zentralen Lebensmittelpunkt der Erkrankten. Soziale Kontakte werden abgebrochen oder vernachlässigt, so dass die Kranken oft isoliert sind.

ACHTUNG: Anorexia nervosa kann lebensbedrohliche Ausmaße annehmen! Ist das Untergewicht so gravierend, muss der Betroffene in eine Klinik eingewiesen werden!

Gelingt eine dauerhafte Kontrolle über die Hungergefühle nicht, ist der Übergang zur -> BULIMIE quasi vorprogrammiert.

 

 

 

 

 

 

 

Fressanfälle mit anschließendem Erbrechen kennzeichnen diese Essstörung.

BULIMIE (ESS –BRECH – SUCHT)

Bulimiekranke verschlingen während eines Essanfalls unkontrolliert riesige Nahrungsmengen (bis zu 15 000 kcal!) in sehr kurzer Zeit und Erbrechen diese anschließend wieder.

Symptome:

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Wiederholte Essanfälle, bei denen riesige Nahrungsmittel in kürzester Zeit verschlungen werden.

Die Betroffenen haben das Gefühl, ihr Essverhalten während der Essattacken nicht mehr unter Kontrolle zu haben.

Der Bulimiekranke greift zu Maßnahmen, wie selbstausgelöstes Erbrechen (Finger oder Gegenstände in den Hals stecken, um den Brechreiz auszulösen), Missbrauch von Abführmitteln, Entwässerungstabletten, Fastenkuren, strenge Diäten oder extremer Sport, um eine Gewichtszunahme abzuwenden bzw. eine Gewichtsabnahme zu erreichen.

Die Häufigkeit der Essanfälle wird mit mindestens 2 Anfällen pro Woche über einen Zeitraum von 3 Monaten angegeben, bevor die Diagnose „Bulimie“ gestellt wird.

Ständige, übertriebene Beschäftigung mit Gewicht und Figur.

 

Auch Bulimiekranke halten sich für zu dick und nehmen ihren Körper als übergewichtig und unförmig wahr. Die Betroffenen stehen häufig unter einem hohen Leidendruck, da sie ihre Erkrankung zu verbergen versuchen. Die unkontrollierbaren Fressanfälle mit anschließendem Erbrechen erzeugen große Schuldgefühle bei den Betroffene. Viele schämen sich, achten darauf, dass ihre Umgebung nichts von ihrer Erkrankung mitbekommt und konsultieren keinen Arzt. Da die äußeren gravierenden Merkmale, wie extremes Untergewicht bei der Anorexie, zunächst ausbleiben, bleibt ein Bulimie oft für lange Zeit unbemerkt von Außenstehenden.

Bulimiekranke achten sehr auf ihr Äußeres und auf ihre Figur. Ihr Selbstwertgefühl hängt meist von diesen Werten ab.

Auch hier ist der Einstieg in die Erkrankung oftmals eine Diät. Sobald die strikte, kontrollierte Nahrungsaufnahme nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, kommt es zu unkontrollierten Essanfällen (Diät -> Phasen der Anorexie -> Verlust des kontrollierten Essverhaltens -> Bulimie, um die Gewichtszunahme zu vermeiden.) Aus Angst vor Gewichtszunahme wird die Nahrung wieder erbrochen. Bulimiekranke sind oft Experten im „wie lässt es sich am leichtesten Kotzen“ – verzeihen Sie bitte diese rüde Wortwahl, aber es trifft den Sachverhalt ziemlich genau. Viele Betroffene wissen, in welcher Reihenfolge die verschlungenen Lebensmittel gegessen werden müssen bzw. was am Anschluss an einen Fressanfall gegessen oder getrunken werden muss, damit anschließend alles leichter erbrochen werden kann. Oft wird das Erbrechen so lange herbeigeführt, bis alle verschlungenen Lebensmittel auch sicher wieder aus dem Körper befördert wurden, damit es ja nicht zu einer Gewichtszunahme kommen kann. Meist kaufen die Kranken die Lebensmittel für ihre Essattacken extra ein oder horten diese und geben hohe Summen aus, um ihre Essstörung zu finanzieren.

 

 

 

 

 

Auch bei dieser Essstörung sind Essattacken kennzeichnend - allerdings ohne anschließendes Erbrechen.

BINGE EATING DISORDER oder OVER-EATING-STÖRUNG

Man geht davon aus, dass ca. 30 % aller Übergewichtigen von dieser als eigenem Krankheitsbild anerkannten Essstörung betroffen sind. Die Betroffenen leiden ebenso wie Bulimiekranke unter unkontrollierbaren Essattacken. Sie erbrechen aber die verschlungenen Nahrungsmittel aber nicht oder missbrauchen Abführmittel, um die Gewichtszunahme zu vermeiden.

Symptome:

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Regelmäßige, unkontrollierbare Essanfälle

Die Essanfälle sind mit folgenden Merkmalen verbunden:

-          es wird deutlich schneller gegessen als normal

-          es werden große Mengen Lebensmittel verzehrt, obwohl man nicht hungrig ist.

-          Es wird gegessen, bis man sich unangenehm voll fühlt.

-          Oftmals wird aus Scham so viel zu essen, allein gegessen.

-          Nach dem Überessen fühl man sich schuldig, depressiv und von sich selbst angeekelt.

Die Essanfälle lösen ein Gefühl der Verzweiflung beim Betroffenen aus.

Die Essanfälle treten mindestens 2 x pro Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten auf.

Den Essanfällen wird nicht mit Erbrechen oder Abführmitteln begegnet.

 

Wie Bulimiekranke sehen sich die Betroffenen ihren Fressanfällen hilflos ausgeliefert. Da keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, ist Übergewicht kaum vermeidbar. Die Erkrankten schämen sich nicht nur wegen ihrer Fressattacken, sondern leiden auch unter ihrem Gewicht. Oftmals kann der Erkrankte zwischen Hunger- und Sättigungsgefühl nicht mehr unterscheiden. Oft beginnt auch diese Erkrankung mit einer Diät. Der sogenannte Jo-Jo-Effekt (Während einer Diät verbraucht der Körper weniger Energie, um so ein Überleben während der ihm vorgegaukelte Hungerperiode sicherzustellen. Wird die Diät beendet und wieder so gegessen wie vor der Diät, registriert unser Körper dies als Kalorienüberangebot, das zur Sicherheit auf Lager  (Bauch, Hüften, Po etc.) gelegt werden muss, falls erneut eine „Hungerphase“ eintreten sollte: Man nimmt rasch wieder zu und wiegt nicht selten mehr als vor Beginn der Diät!) führt immer wieder zu neuen Diäten. Das natürliche Hunger- und Sättigungsgefühl geht verloren, es kann verstärkt zu Hungerattacken und Fressanfällen kommen, aus der sich eine Essstörung entwickelt.

 

URSACHEN FÜR ESSSTÖRUNGEN:

Sie sind sicher so vielfältig und individuell, wie die Betroffenen selbst. Dennoch scheint es gemeinsame Merkmale zu geben:

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Mangelndes Selbstwertgefühl durch eingeschränkte Selbstentfaltung, Gefühlskälte in der Familie oder Unterdrückung von Konflikten.

Extreme Erfolgs- und Leistungsorientierung, Perfektionismus.

Wunsch nach Autonomie, die auf realem Weg nicht umgesetzt werden kann

Zwiespältige Beziehung zu den Eltern (Zuwendung- Ablehnung)

Nacheifern unrealistischer Schönheitsideale, die in den Medien propagiert werden (Models, Stars etc.)

Abbau von inneren Spannungen und inneren Konflikten sowie Belastungen, Stress und Ängsten mittels der Essstörung.

 

 

FOLGEN DER ESSSTÖRUNGEN

Durch die mangelnde Zufuhr an Nährstoffen, das permanente Erbrechen oder auch die überhöhte Kalorienaufnahme, können Essstörungen selbstverständlich auch gravierende gesundheitliche Schäden nach sich ziehen. Hier einige Beispiele:

- Überbelastung der Niere: Dauerhafte Nierenschädigung bis hin zur Dialyse oder akutem Nierenversagen.

- Herz- und Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Durchblutungsstörungen, niedriger Blutdruck, hoher Blutdruck

- Ausbleiben der Menstruation (Magersucht)

- Magen-Darm-Störungen, Verstopfung, Schädigung der Speiseröhre, Magenschleimhautentzündungen

- Störungen der Leberfunktion

- Zerstörung des Zahnschmelzes (Bes. bei Bulimie durch Magensäure)

- Knochenschädigung durch Mineralmangel bis zur Osteoporose

- Haarausfall, trockene Haut

- Nervenerkrankungen, Hirnschäden

- Blutarmut

- Hormonelle Störungen

- Psychische Störungen (Depression usw.)

- Alle Folgen von Übergewicht (Binge Eating Disorder)

 

Bei allen Essstörungen sollte eine Psychotherapie in Erwägung gezogen werden, da die Betroffenen ihre Erkrankung kaum selbst bewältigen können.

Wenn Sie selbst unter einer Essstörung leiden, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen und sich diesem anvertrauen. Er wird Ihnen helfen, einen geeigneten Psychotherapeuten bzw. eine für Sie geeignete Therapie (meist Verhaltenstherapie) zu finden. Der Gang zum Arzt ist erforderlich, damit er Ihnen bescheinigt, dass eine Zusatzbehandlung in Ihrem Fall angebracht ist. Nur dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten Ihrer Therapie. Selbstverständlich können Sie den Psychotherapeuten frei wählen und sind nicht an die Empfehlungen Ihres Hausarztes gebunden. Sie sollten dennoch darauf achten, dass Sie eine Therapie wählen, die auch von den Kassen kostenmäßig übernommen werden, denn eine Therapie erfordert nicht nur Ihre Mitarbeit, sondern auch einige Zeit, was sehr kostspielig werden kann!

-> HAUSARZT -> PSYCHOTHERAPIE (ambulant/stationär) + SELBSTHILFEGRUPPE

Auch Selbsthilfegruppen können Betroffenen eine große Hilfe sein.

Hier einige informative Links!

 

-> Informative Seiten

-> Seiten von Betroffnenen

www.shalleen.de 

www.alp-traum-koerper.beep.de

www.essstoerungen.net

www.hungrig-online.de

www.magersucht.de

www.essfrust.de

www.selbsthilfe.solution.de

www.anad-pathways.de

www.netdoktor.de/wegweiser/selbsthilfe/

 

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